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01.04.2005

Open-Source Datenbanken im Kommen

von Ulrike Ostler

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

OPEN-SOURCE-SOFTWARE MIT PRODUKTHAFTUNG
Mittlerweile ist der MySQL-Einsatz bei der HVB dem Stand-alone-Betrieb einer Fachabteilung entwachsen. Anwendungen für das Banken- und Geschäftskunden-Rating laufen produktiv im Rechenzentrum der Bank mit Schnittstellen zu den zentralen Kreditsystemen. Laut Arnö ist diese Art des Einsatzes der Open-Source-Datenbank im Mix mit Oracle und DB2 durchaus typisch. »MySQL ersetzt nicht immer komplette Datenbankanwendungen. Es kommt häufig vor, dass unser System vorhandene Kernanwendungen ergänzt«, sagt der MySQL-Manager.
Trotzdem soll das neu geschaffene Support-Angebot MySQL Network, das wie bei kommerziellen Produkten üblich eine Produkthaftung umfasst, stärker als bisher IT-Verantwortliche in Anwenderunternehmen ansprechen. Die Positionierung der Datenbank als einfaches Produkt, das sich auf allgemein benötigte Grundfunktionen beschränkt, soll jedoch bestehen bleiben: »Wir bieten die Funktionen, die heute für eine Datenbank Standard sind, nicht mehr und nicht weniger«, sagt Arnö.
Dass dieser Funktionsumfang durchaus auch für ein ERP-System ausreichen kann, zeigen die PUK-Werke. Zu MySQL kam der Hersteller von Kabel-Trägersystemen schon vor fast drei Jahren durch das ERP-Produkt Canias der Karlsruher Industrial Application Software (IAS). Das Softwarehaus nutzte MySQL damals als Entwicklungsplattform. Eigentlich wollte Jürgen Klodzinski, Leiter EDV und Organisation bei den PUK-Werken, die neue Software auf einem AS/400-Rechner mit dem entsprechenden DB2-Datenbanksystem laufen lassen. Doch nach der Test- und Einführungsphase wurde MySQL auch zur ersten Wahl für den Produktiveinsatz.

ROBUSTER ERP-BETRIEB
Heute ist das ERP-System an sieben Standorten in Betrieb und hat 150 Nutzer. Es läuft mit MySQL 4.0 unter Linux. Der Datenbestand umfasst 50 Gigabyte, eine Million Angebotsköpfe mit vier Millionen Konditionssätzen und mehr als fünf Millionen Angebotspositionen mit über neun Millionen Komponenten. Zugrunde liegt ein Storage Area Network (SAN) aus zehn Platten mit jeweils 15000 rpm (rotations per minute) unter Raid 10, das mit Hilfe des IBM-Produkts Fast T200 realisiert ist. Als wichtigster Datenbank-Server fungiert ein Dell-Rechner der Baureihe Power Edge 1850 mit zwei CPUs à 3,6 Gigahertz und 4 Gigabyte RAM.
Schon in den ersten zwölf Testmonaten waren am MySQL-System mit Ausnahme der Datensicherung keine administrativen Eingriffe notwendig. Doch auch jetzt noch freut sich Klodzinski: »Die MySQL-Datenbank läuft ohne Störungen, sehr performant und weitgehend wartungsfrei. In zweieinhalb Jahren Betrieb gab es nicht eine Sekunde datenbankbedingter Stillstandszeit.« So konnten die PUK-Werke in dieser Zeit die laufenden Kosten für die Release-Pflege von Betriebssystem und Datenbank um die Hälfte senken. Ein Beispiel, das Schule machte: Inzwischen berichtet IAS, dass fast die Hälfte aller Neuinstallationen von Canias mit einer Open-Source-Datenbank läuft.

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