Open-Source Datenbanken im Kommen
Open-Source Datenbanken im Kommen. Oft ergänzen quelloffene Datenbanken kommerzielle Systeme, manchmal stehen sie in direkter Konkurrenz. Kamen sie bislang vorwiegend bei Web-Anwendungen zum Zug, so könnten sie sich bald auch im betriebswirtschaftlichen Bereich ausbreiten.
Open-Source Datenbanken im Kommen
Bei der HypoVereinsbank werden Open-Source-Datenbanken für abteilungs-, aber auch für konzernweite Applikationen eingesetzt. Foto: HypoVereinsbank
Jedes Unternehmen sollte eine Open-Source-Datenbank haben. Diese Meinung tut Noel Yuhanna kund, Analyst beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Forrester Research. Er kommt zu dem Schluss, dass die Open-Source-Datenbanken, wie sie Computer Associates, MySQL, Red Hat oder Sleepycat Software anbieten, in den vergangenen Jahren an Reife und Funktionalität zugelegt haben. Mike Thompson, Analyst bei der britischen Marktbeobachterkonkurrenz Butler Group, äußert hingegen den Verdacht, dass die Vorteile, die diese Firmen im Moment ausspielen, allein in den niedrigen Produktkosten begründet sind. Dieser Vorteil könnte aber bald schwinden: »Alle wesentlichen Wettbewerber werden ihre Lizenzmodelle bald an diese Bedrohung anpassen.«
Ein Blick auf die Marktzahlen verdeutlicht, wovon Thompson spricht. Zwar gestaltet sich der Datenbankmarkt seit Jahren nahezu unverändert. Oracle und Microsoft liegen bei relationalen Systemen vorn, wenn es um die Gewinnung von Neukunden geht, wie die Marktforscher von IDC unlängst wieder ermittelt haben. Der dritte große Spieler in diesem Segment ist IBM, mit weitem Abstand folgen Sybase und NCR Teradata. Aber auch die Zahlen, die MySQL vorlegen kann, sind beeindruckend. Im vergangenen Jahr wurde das hauseigene Produkt über zehn Millionen Mal aus dem Netz geladen, übrigens mit einem deutlichen Übergewicht der Windows-Versionen gegenüber den Linux-Varianten. Kaj Arnö, Vice President bei MySQL, schätzt, dass das Verhältnis zwei zu eins ist. Insgesamt sind vermutlich sechs Millionen Produkte mit freien Lizenzen im Einsatz. Dazu kommen die kommerziell erworbenen, die der Manager mit mehr als einer Million angibt. Damit dürfte MySQL zumindest das erfolgreichste quelloffene Datenbanksystem sein.
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